Vor Darwin kommt Malthus
Eigentlich wollte ich nur den Darwinismus, der in der heutigen Zeit total vernachlässigt wird, thematisieren. In meiner Recherche bin ich auf das Werk “The Principle of Population” von Thomas Robert Malthus gestossen. Es hängt insoweit mit Darwin zusammen, als das er das Werk im September 1838 studierte – im Rahmen seiner Recherchen zum Schwerpunkt menschliche Statistiken. Grund hierfür war das zunehmende Elende um ihn (ich rede noch von Darwin) herum. Kommen wir jetzt kurz zum Werk “The Principle of Population”:
Malthus stellte die These auf, dass die Bevölkerungszahl expontiell wachse, die Nahrungsmittelproduktion jedoch nur linear. Was dazu führen würde, dass die Schere zwischen Nahrungsmittelangebot und Nahrungsmittelnachfrage im größer wird. Für die damalige Bevölkerung bedeutete das: steigende Nahrungsmittelpreise und sinkende Reallöhne (Nominallohn minus Preisanstieg d. Nahrungsmittelpreise) Malthus sah dadurch die Entwicklung von sozialen Unruhen in englischen Großstädten seiner Zeit, begründet durch Armut, Hunger, Krankheit, Slumbildung. Nach Malthus handele es sich um einen naturgesetzlichen Zyklus, in dem sich im Verlauf der fortschreitenden Verelendung der Bevölkerung durch Krankheit und Seuchen die Bevölkerung wieder reduziere. Danach beginne der Zyklus von neuem. Für die Industrieländer wurde diese These bereits falsifiziert – mit Hinblick auf den schnellen technischen Fortschritt, aber auch unter Berücksichtigung von Nahrungsmittelimporten aus ärmeren Ländern.
Darwin las “The principle of Population” und gelangte zu dem Schluss, dass Überbevölkerung der auslösende Faktor für Konkurrenz und Selektion sein müsste -> wie folgende Notiz von ihm zeigt
“darauf vorbereitet, den Kampf ums Dasein richtig einzuschätzen … kam mir plötzlich in den Sinn, dass unter diesen Umständen vorteilhafte Variationen erhalten bleiben müssen, während unvorteilhafte zugrunde gehen. Somit hatte ich nun zumindesten eine Theorie, auf der ich aufbauen konnte.” (Auszug aus Autobiography)Malthus’ Überbevölkerung und Konkurrenzkampf als Kernpunkt und die Gesellschaftstheorien von Whig-Granden stimmten mit Darwin persönlicher Auffassung überein.
Literaturhinweise:
Desmond, Adrian, Charles Darwin – kurz & bündig, 2008
http://de.wikipedia.org/wiki/Bevölkerungsfalle
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