Die Zukunft von Kaufhäusern
Seit Arcandor gestern kommuniziert hat, wie schlecht es um sie steht, seit diesem Zeitpunkt wird diskutiert, ob Kaufhäuser überhaupt noch zeitgemäß sind. Die grundlegenden Konzepte stammen aus den 50er Jahren, sie sind in den letzten Jahren in neue Gewänder gekleidet worden, aber an der Ausrichtung hat sich nichts geändert.
Ich selbst gehe nur ungern in Kaufhäuser. Das liegt sicher an den Gründen, warum es eben diesen immer schlechter geht.
Die Kaufhäuser verfügen über ein vielfältiges Produktsegment, aber eben immer nur in der Breite und nicht in der Tiefe. Sie haben von fast allem etwas da, aber nie etwas richtiges. Man kann zwischen fünf Braun-Rasierern wählen, aber irgendwie ist man doch von Elektromärkten verwöhnt, da kann man zwischen 30 Braun-Rasierern wählen.
Genau so veraltet wie das eigentliche Kaufhaus-Konzept ist das Verhalten einer durchschnittlichen Verkäuferin bzw. Verkäufer. Sie haben das Talent einem Kunden das Gefühl zu geben, er sei unerwünscht. Irgendwie ist nie jemand für eine Abteilung verantwortlich, wenn man überhaupt jemanden erwischt. Oft bin ich ohne die Ware aus dem Kaufhaus gegangen, weil es mich geärgert hat und ich nicht bereit war für suboptimale Kundenorientierung Geld zu bezahlen.
Das Thema mit der “grünen Wiese”. Wie schon angemerkt, komme ich aus dem Osten. Also jenem Teil der Republik in dem in den 90er Jahren die Einkaufszentren aus der grünen Wiese “geschossen” sind. Leider waren dort auch Kaufhäuser wie Sinn&Leffers, Karstadt, Galeria Kaufhof zu finden. Also, die Schuld nur auf die Einkaufszentren zu schieben, kann so richtig nicht sein.
Ich denke es gibt eine Chance für Karstadt, aber das erfordert ein komplettes Umdenken. Ich rede hier nicht von dem Sanieren alter Gebäude, den das wäre wieder nur “alte Idee – neues Gewand”. Ich meine damit ein revolutionäres Konzept, den evolutionär ist hier leider nicht mehr möglich.
Ich habe auch schon einige Ideen, wie sich Karstadt von Konkurrenten wie Galeria Kaufhof oder Breuninger abheben kann.
Die werde ich gleich mal in meinem Moleskine verewigen – dieses kleine Buch für große Ideen.
“Schon beim Zuschauen kann man eine Menge sehen.” Yogi Berra
Was ich schon immer zu Opel sagen wollte:
Management Summary:
Opelrettung – NEIN, DANKE.
Aus einem Ackergaul macht mein kein Rennpferd, auch wenn man ihm den Schwanz anzündet.
Als erstes möchte ich anmerken, dass wir in einer Marktwirtschaft leben, ob sie asozial, sozial oder übersozial ist, sei mal dahingestellt. Aber wir leben eben in dieser und da gilt immer noch das Prinzip: Angebot und Nachfrage, sowie die Tatsache, dass sich der Markt selbst reguliert. Das funktioniert ungefähr so, dass Unternehmen, die nicht über die Produkte verfügen, die am Markt nachgefragt werden, früher oder später weg sind. Dieser Weg blüht nun ja auch den „Big 3“ aus den USA. Schlechte Unternehmensstruktur, falsche Produkte, zu starke Gewerkschaften, zu hohe Pensionsrückstellungen – die nächstbeste Krise und die bläst es weg. Das ist jetzt minimal tragisch, aber maximal realistisch. Wer nicht wettbewerbsfähig ist – muss weg. Schon DARWIN wusste, das nichts ist beständiger ist als der Wandel. Konsumverhalten ändert sich nun mal und irgendwann können es sich auch die Amerikaner nicht mehr leisten, spritfressende Bulldozer auf vier Rädern zu fahren. Hinzu kommen die finanziellen Engpässe der Menschen, die durch die diversen Krisen verursacht wurden. Summa summarum muss man zu den Big 3 sagen: Shit happens.
Tja, und wenn das Mutterschiff ins Strudeln gerät, dann erfasst dieser Strudel irgendwann die kleinen Tocherschiffchen, die immer im Windschatten rumdümpeln. Das gilt auch für OPEL. Ich verstehe nicht, warum man da so ein Gezerre macht. Naja, eigentlich verstehe ich es schon. Wir sind im Wahljahr und da kämpft man um jede Stimme. Mit so einer vermeintlichen Firmenrettung kann man sich auch super dekorieren und mächtig Eindruck bei der Bevölkerung schinden „Mensch, die SPD/CDU sorgt sich um die Probleme der Opelaner. Auf die ist in der Krise Verlass.“
Das sowas eben nicht funktioniert, zeigt das Beispiel Holzmann. Es steht dem Staat bzw. der Regierung nicht zu, in den Wettbewerb einzugreifen und zu entscheiden, wem man helfen soll und wem nicht. Ich weiß nicht, ob es die paar Wählerstimmen von Opel-Mitarbeitern wert sind, den Wettbewerb zu verzerren. Das Opel Agila dank Abwrackprämie zu den Gewinnern zählt, stimmt nur wenig optimistisch, denn laut Opel-Website wird der Agila in Polen gebaut und trägt nur vermindert zur Arbeitsplatzsicherung in Deutschland bei. Was auch die anderen beiden „Verkaufsschlager dank Abwrackprämie“ Hyundai und Fiat betrifft.
Nicht nur das die Rettung auf rein politische Interessen basiert. Nein, auch die Tatsache, dass sich seit Monaten kein geeigneter Investor findet, lässt darauf schließen, dass sich eine Rettung nicht lohnt. Nicht heute, nicht morgen und nicht übermorgen.
Somit verbleibe ich mit herzlichsten Grüßen
XXXXXXXXX
Der geneigte Steuerzahler
Wie blühende Landschaften verwelken
Ich bin 27 Jahre alt, weiblich, bin im Osten Deutschlands geboren und lebe seit 1998 in Baden-Württemberg. Man könnte also meinen, ich bin es von Haus an gewohnt, mit Krisen, schwierigen Situationen und Vorurteilen klarzukommen bzw. sehne mich sogar danach.Vielleicht. Aber glauben Sie mir, am Anfang war es schon schwierig in Stuttgart. Wer denkt denn schon dass sich hinter LKW mit ABS ein Leberkäs-Weckle mit a bissl Senf verbirgt. Aber das nur hier am Rande.
Bevor ich aber meine Meinung kundtun möchte, muss ich eine Sache klarstellen. Nach dieser Krise wird wohl niemand im Westen mehr den Kopf schütteln können, wenn es darum geht sich an Illusionen wie blühende Landschaften, Beschäftigungssicherung oder Firmenrettung durch den Staat zu klammern. Denn das ist das, was die meisten Menschen in Deutschland tun. Sie klammern, hoffen und verdrängen Sachen, die unvermeidlich eintreten werden. Wir können nach der Wirtschaftskrise also von einer Ost-West-Anpassung auf sehr niedrigem Niveau sprechen – nämlich auf dem Niveau von verwelkten Landschaften.
Was aber drängt mich dazu, meine Meinung zur aktuellen Situation zu publizieren?
Um es betriebswirtschaftlich korrekt auszudrücken: Ich bin ein 100%iger Stakeholder dieser Finanz- und Wirtschaftskrise. Emotional würde es man wohl so formulieren: Es geht um die Menschen, die eine Zeit miterleben, über die man in 50 Jahren vielleicht von der „größten Krise aller Zeiten“ sprechen wird. Wenn in 50 Jahren überhaupt noch gesprochen wird und nicht irgendeine Großmacht die Nerven verloren hat und auf den roten Buzzer des Atomwaffenkoffers gedrückt hat – zwei Tage bevor der Aufschwung wieder eintrat und die Rezesszion bzw. Depression offiziell vorbei war.
Ausserdem beschäftigt mich diese Krise. Jetzt mehr denn je, denn heute gab es auch bei unserem Arbeitgeber eine außerordentliche Betriebsversammlung. Ich arbeite seit 11 Jahren in diesem Unternehmen, heute war es das erste Mal, dass ich bei einer Betriebsversammlung war. Der komplette Standort war da. Es war ein komisches Gefühl plötzlich zu wissen, dass die Krise nicht mehr nur bei Banken, Mittelständlern, Autozulieferern und im Produktionsbereich großer Konzerne ist, nein, jetzt ist sie bei uns angekommen. Es geht um Arbeitszeitkürzung, Erweiterung der Kurzarbeit, Verschiebung der Auszahlung der Erfolgsbeteiligung und Verschiebung der tariflichen Lohnerhöhung. Es ist deswegen eine Farce, weil uns die Erfolgsbeteiligung, die uns unser Vorstand noch vor einigen Wochen zugesagt hat, mit dem April-Gehalt ausgezahlt werden sollte. Nun wurde die Auszahlung auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben, während unsere Führungskräfte ihre Boni mit dem Märzgehalt ausgezahlt bekommen haben. Die Krise trifft eben die einen mehr und die anderen weniger.
Last but not least: Ich bin Bürger der Bundesrepublik Deutschland mit meinem Steuergeld werden Banken und ausländische Automobilhersteller (im Rahmen der Abwrackprämie) finanziert und ich möchte einfach meine Meinung zu diesem Thema abgeben.
Mit der Abwrackprämie geht es los ->
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